Der Weg zum Marathon | Foodspring Magazine - DE

Der Weg zum Marathon

Januar 20, 2014
Ein Läufer, der am Strand bei Sonnenuntergang trainiert.

Neben dem Kraftsport ist Ausdauersport in Deutschland inzwischen mindestens genauso beliebt – mehr und mehr Teilnehmer melden sich jedes Jahr für einen der großen Läufe an.

Um die besten Tipps und Erfahrungen für den ersten Marathon einmal festzuhalten, haben wir unseren Kollegen Dominik heute einfach mal dazu interviewt…

foodspring.de: Wie bist Du auf die Idee gekommen, einen Marathon zu laufen und wie hast Du Dich an das Training gemacht?

Ich wusste immer: wenn ich nur aus Spaß laufe, dann finde ich immer wieder eine Ausrede, um doch auf der Couch zu bleiben. Ich wollte aber unbedingt fitter werden – also habe ich mich 2011 spontan für den Marathon in Paris angemeldet, das Hotel gebucht und die Anreise bezahlt. So hatte ich den Druck: würde ich es platzen lassen, dann wäre das Geld weg. Von da an hatte ich ein halbes Jahr Zeit, mich vorzubereiten. Beim ersten Marathon wollte ich einfach nur durchkommen, egal wie lange ich brauchen würde.

foodspring.de: Wie baut sich so ein Training auf und worauf sollte man besonders achten?

Es gibt verschiedene Trainingspläne: über 8, 12 oder 16 Wochen. Ich nehme immer die Pläne über 16 Wochen, um mich kontinuierlich aufzubauen. Das Training basiert auf einem „Tapering“ – das bedeutet: 2 Wochen intensiver Leistungsaufbau, dann eine ruhige Woche, damit der Körper sich erholen kann. Dieses Muster wiederholt sich dann bis zum großen Tag, die Leistungswochen werden dabei immer umfangreicher. Man sollte wirklich darauf achten, sich nicht zu viel zuzumuten – eine Verletzung bedeutet sonst nur Trainingsausfall. Besonders am Anfang muss man sehr auf die Knie achten, außerdem sind die Schienbeine sehr empfindlich. Und: Oberkörpertraining ist essentiell, um die Rumpfmuskulatur zu stärken.

foodspring.de: Wie lässt sich so ein intensives Training mit Arbeit und Freizeit verbinden?

Das ist schon etwas schwierig – besonders im Winter. Wenn es im Sommer heiß ist, dann laufe ich eh sehr früh morgens oder sehr spät abends, im Winter ist das allerdings anders. Es ist oft verschneit, vereist oder extrem kalt – da muss man die Zähne zusammenbeißen. Inzwischen laufe ich bei jedem Wetter, egal ob Sonne oder Regen. Und was den Job angeht: Schlaf ist oft die einzige Komponente, die man im Alltag wegkürzen kann – also laufe ich inzwischen bevorzugt früh morgens. 5:30 Uhr aufstehen, eine Stunde wachwerden, und dann je nach Trainingsplan raus. Wichtig ist trotzdem: vorher früh schlafen gehen, zu wenig Schlaf ist absolut kontraproduktiv (zu viel allerdings auch.) Außerdem: wenn Du im Marathon-Training bist, dann bist Du fast immer müde. Damit müssen Freunde und Partner leider leben, auch das Feiern fällt oft aus.

foodspring.de: Wie viele Marathons darf man im Jahr laufen, ohne die Gesundheit zu gefährden?

Die Literatur sagt, man soll nicht mehr als 2 Marathons im Jahr laufen – einen Frühjahrs- und einen Herbst-Marathon. Profis machen natürlich mehr, aber mir selber reicht das absolut. Zwischendurch gibt es noch genug alternative Lauf-Events, die man in so ein Training einbauen kann, das macht auch Spaß. 

foodspring.de: Was beachtest Du bei der Ernährung, wenn Du für einen Marathon trainierst?

Bei meinem ersten Marathon habe ich den Fehler gemacht, zu wenig zu essen. Ich verbrenne im Training um die 30.000 Kalorien im Monat, die müssen unbedingt wieder reinkommen, vor allem weil ich Vegetarier bin – außerdem brauchen die Muskeln nach den langen Trainingsläufen die Nährstoffe zur Regeneration, sonst bilden sie sich eher zurück als weiter auf. Nach 18 Uhr esse ich nur sehr wenig Kohlenhydrate, aber sonst versuche ich einfach, viel Obst zu essen und viel zu trinken. Und ja – ich nehme nach den langen Läufen auch Protein-Shakes, nicht erst, seit ich hier arbeite. Das Schöne ist: wenn man wirklich 2 Mal im Jahr für einen Marathon trainiert, dann kann man fast essen, was man will: im Sommer LIEBE ich Eis.

Whey Protein entdecken

foodspring.de: Ein letzter Tipp für unsere Leser?

Es gibt kaum ein schöneres Gefühl, als nach 4 Monaten Training und harter Übung irgendwann bei einem Marathon die Ziel-Linie zu überschreiten – in dem Augenblick fällt alles von einem ab und man weiß, wofür man geschuftet hat. Man hat sich an persönliche Grenzen gebracht und genießt diesen Moment sehr lange und intensiv. Mein persönlicher Tipp: einfach anfangen und niemals aufgeben. Es gibt immer auch mal schlechte Tage – aber das ist völlig normal. Wichtig ist: an sich glauben.

foodspring.de: Danke!

Kommentare

Kommentare


>