Cellulite: Wie sie entsteht und warum unsere Orangenhaut völlig normal ist!

Von: Kristina Lauer
Fitness Editor & Fitness Trainerin
Kristina ist studierte Kommunikationsexpertin und lizensierte Fitness-Trainerin. Sie schreibt unsere Fitness-Artikel und erstellt kostenlose Workout-Pläne.

Cellulite ist nichts, wofür man sich schämen sollte! Ganz im Gegenteil. Sie ist ganz natürlich und gehört zu uns dazu! Wie Cellulite entsteht und warum du sie akzeptieren statt bekämpfen solltest, erfährst du hier.

Was ist Cellulite?

First things first: Cellulite ist völlig normal und keine Krankheit! Es handelt sich vielmehr um eine Veränderung der Hautstruktur, die in Form von Dellen sichtbar ist. Sie tritt hauptsächlich an Oberschenkeln, Oberarmen, Hüfte und am Gesäß auf. Die Auslöser für Cellulite können vielfältig sein. Vor allem die individuelle Veranlagung spielt eine entscheidende Rolle.  

Cellulite ist gesundheitlich unbedenklich und unter Frauen ein weitverbreitetes Phänomen. Die Werbeindustrie hat sich die Bekämpfung der Cellulite zur Aufgabe gemacht und verdient ein Vermögen mit Anti Cellulite Cremes. Dabei ist es für Frauen ganz natürlich, “Orangenhaut” zu haben!

Achtung Verwechslungsgefahr: Cellulite wird auch manchmal mit Cellulitis bzw. Zellulitis verwechselt. Zellulitis ist eine ernstzunehmende Infektionskrankheit, die sich in Form von roten schmerzhaften Schwellungen auf der Haut äußert. Zellulitis Behandlung verläuft mit Antibiotika und soll Bakterien bekämpfen, die die Krankheit auslösen. 

Wie entsteht Cellulite?

Um zu verstehen, wie Cellulite entsteht, nehmen wir uns zuerst den Aufbau deiner Haut etwas genauer unter die Lupe. Deine Haut setzt sich aus drei Schichten zusammen: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut. Die Oberhaut bzw. die Epidermis umfasst die Hornschicht und die Keimschicht. Sie schützt dich vor äußeren Einflüssen. Die Lederhaut ist die mittlere Hautschicht und besteht aus straffem Bindegewebe. Sie sorgt für Elastizität und Festigkeit deiner Haut. 

Die unterste Schicht, auch Subcutis genannt, setzt sich aus lockerem Bindegewebe zusammen. Dort befinden sich Bindegewebskammern, die zum Teil mit Fettzellen gefüllt sind und das Subkutangewebe bilden. Das Fettgewebe unter deiner Haut schützt dich vor Wärmeverlust und dient als Nährstoffspeicher. Der Fettanteil in der Subcutis ist individuell und hängt von Faktoren wie Geschlecht oder Körperzusammensetzung ab.

Ein wichtigster Baustoff für dein Bindegewebe sind Kollagenfasern. Sie sorgen dafür, dass das Bindegewebe straff und elastisch bleibt. Bei Frauen sind Kollagenfasern parallel nebeneinander angeordnet und beinhalten dehnbare Zwischenräume. Bei einem schwachen Bindegewebe können sich die Fettzellen aus dem Subkutangewebe durch die Kollagenfasern durchzwängen und werden an der Oberfläche sichtbar. So kommen die typischen Hautdellen zustande, die als Cellulite bezeichnet werden.  

Wie stark Cellulite ausgeprägt ist, lässt sich in drei Stufen unterteilen:

  • Grad 1: Du kannst Dellen auf deiner Haut sehen, wenn du sie mit deinen Händen zusammen drückst oder zusammen kneifst
  • Grad 2: Cellulite ist sichtbar, wenn du entspannt stehst ohne zu kneifen oder unter bestimmten Lichtverhältnissen
  • Grad 3: Dellen sind deutlich sichtbar
frau mit einer wasserflasche in der hand
©The Good Brigade

Bauch, Beine, Po – Der Grund für die “Problemzonen”

Viele Frauen kennen das: Die “Problemzonen”! Bauch, Beine und Po scheinen die beliebtesten Stellen zu sein, wenn es darum geht, Körperfett abzuspeichern. Auch Cellulite ist meistens am Po und Oberschenkeln vorzufinden. Doch warum gerade dort?

Das Hormon Östrogen ist an der Steuerung des Zyklus beteiligt und spielt auch bei der Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Es ist aber auch dafür verantwortlich, dass Frauen Körperfett meistens an den Schenkeln und dem Po ablagern. Da bei Cellulite sich die Hautdellen dort bilden, wo das Fett durch das Bindegewebe drückt, sind auch diese Stelle meistens davon betroffen. 

Zusätzlich sorgt Östrogen dafür, dass die Kollagenfasern noch elastischer1 werden. Folge: Das Bindegewebe wird schwächer und die Dellen werden sichtbar. 

Warum haben Männer keine Cellulite?

Das klingt etwas unfair, aber Männer haben so gut wie nie Cellulite. Das liegt in erster Linie daran, dass ihr Unterhautgewebe anders als bei Frauen strukturiert ist2. Die dort enthaltenen Kollagenfasern verlaufen bei einem Mann netzartig, während sie bei einer Frau parallel nebeneinander angeordnet sind. So können die Fettzellen im weiblichen Körper leichter Richtung Oberfläche gedrückt werden als bei Männern. 

Neben dem schwächeren Bindegewebe hat eine Frau auch eine dünnere Haut als ein Mann1. Deshalb sind die Unebenheiten auf der Haut leichter zu sehen. Zusätzlich haben Männer in der Regel von Natur aus weniger Fett als Frauen

Auch die Körperfettverteilung fällt bei Männern anders aus. Meistens ist bei einem Mann der Bauch die bevorzugte Stelle, an der sich Fett ablagert. Auch zwischen den Organen sammelt sich bei Männern Körperfett öfter an, während das weibliche Organismus unter der Haut und an den bereits erwähnten “Problemzonen” Energie in Form von Fett speichert. 

Übrigens ist der Unterhautfett für deine Gesundheit meistens harmlos im Gegensatz zum inneren Bauchfett auch viszerales Fett3 genannt. Das sammelt sich um die inneren Organe und kann unter anderem Bluthochdruck zur Folge haben. Auch Herz-Kreislauf- sowie Stoffwechselerkrankungen gehören zur möglichen Folgen. 

Was sind die Ursachen für Cellulite?

Deine genetische Veranlagung spielt eine große Rolle, ob du letztendlich Cellulite kriegst oder nicht. So können auch schlanke Frauen Cellulite haben. Das schwache Bindegewebe sorgt dafür, dass Dellen auf der Haut sichtbar werden. Ein Mangel an Kollagenfasern ist der Grund für ein schwaches Bindegewebe, das wiederum die Fettzellen leichter passieren lässt. Das ist ein ganz normaler Prozess. Denn im Laufe der Zeit lässt die Produktion an Kollagen im Körper nach.

Auf deine Genetik kannst du keinen Einfluss nehmen! Auch die verminderte Kollagenmenge ist ganz natürlich. Also mach dir deswegen keinen Stress und akzeptiere dich und deinen Körper! Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, die die Ausprägung von Cellulite verstärken können. Und dagegen kannst du etwas tun! 

two women jogging outside
©Skynesher

Bewegungsmangel

Bewegst du dich zu wenig im Alltag, verschlechtert sich deine Durchblutung. Außerdem verringert sich so der Muskelanteil, während der Körperfettanteil steigt. Dank Sport und Bewegung wird dein Körper besser durchblutet. Folge: Deine Zellen können besser mit wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Mit deinem Training signalisierst du deinem Körper mehr Muskel aufzubauen und die Kollagensynthese wird erhöht, was für mehr Festigkeit in der Haut sorgt. 

Übergewicht

Bei einem höheren Körperfettanteil nimmt auch die Dicke der subkutanen Fettschicht zu. Folge: Mehr Fettzellen sind vorhanden, die sich auf den Ausprägungsgrad von Cellulite auswirken können. Achte daher auf eine nährstoffreiche Ernährung und meide fettige sowie zuckerhaltige Produkte. 

Extreme Diäten 

Extremen Diäten können neben einem Jojo-Effekt auch dein Bindegewebe beanspruchen, wenn du zu schnell abnimmst. Das kann unter Umständen die Cellulite verstärken. Daher empfehlen wir eine ausgewogene Ernährung, die dich ohne ein Jojo-Effekt deinem Ziel näher bringt und keine negativen Auswirkungen auf deine Gesundheit hat. 

Tipp: Dir fehlen die Ideen dazu, wie du gesunde Lebensmittel zu einer leckeren Mahlzeit miteinander kombinieren kannst? Dann lass dich von unseren Fitness Rezepten inspirieren!

Buddha Bowl
©foodspring
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Ungesunder Lifestyle 

Rauchen, Alkoholkonsum und zu wenig Schlaf. Das alles kann sich negativ auf deine Gesundheit und dein Hautbild auswirken4. Nikotin kann die Blutgefäße der Haut verengen und so die Durchblutung drosseln. Das könnte die Folge haben, dass der Stoffwechsel in bestimmten Regionen verlangsamt und die Kollagenstruktur des Bindegewebes geschwächt werden5

Alkohol enthält zusätzliche Kalorien und zu wenig Schlaf kann dazu führen, dass du mehr Hunger verspürst als sonst. Diese Faktoren können langfristig dazu beitragen, dass du zunimmst. Ein erhöhter Körperfettanteil begünstigt wiederum die Cellulite. 

Tipp: Finde eine Balance für dich und versuche gesunde Gewohnheiten zu entwickeln. Damit tust du auf langer Sicht dir selbst und deiner Gesundheit etwas Gutes. 

Fazit

  • Cellulite ist gesundheitlich unbedenklich und völlig normal
  • Die Entstehung von Cellulite ist genetisch bedingt und hängt mit einem schwachen Bindegewebe zusammen
  • Männer haben eine andere Hautstruktur und haben deshalb so gut wie nie Cellulite
  • Cellulite kann man nicht verschwinden lassen, jedoch lässt sich die Ausprägung minimieren
  • Bewegung, ausgewogene Ernährung und gesunder Lifestyle verbessern deine allgemeine Gesundheit und können den Ausprägungsgrad von Cellulite verringern 
Artikel-Quellen
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