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Kundalini Yoga: Alles über den Yogastil für mehr Energie und Selbsterkenntnis

Frau praktiziert Kundalini Yoga
Content Editor & Fitnesstrainerin
Lisa ist studierte Journalistin, lizensierte Fitness- und Gesundheitstrainerin und Meditationscoach. Sie hat viele Jahre für verschiedene Lifestyle- und Fitnessmagazine gearbeitet, hier schreibt sie Artikel aus den Bereichen Workout, Fitness, Lifestyle & Mind.

Kundalini Yoga soll dir dabei helfen, dein wahres Ich zu erkennen und deine innere Kraftquelle anzuzapfen. Ziel ist es, die sogenannte Kundalini-Energie zu wecken und frei im Körper fließen zu lassen. Spirituelles Erwachen und ein durchtrainierter Körper? Erfahre hier, was Kundalini Yoga bewirken kann und ob der Yogastil etwas für dich ist.

Was ist Kundalini Yoga?

Der Begriff Kundalini beschreibt eine Art innere Kraftquelle, die in yogischen Schriften als schlafende Schlange dargestellt wird. Diese ruht eingerollt am unteren Ende der Wirbelsäule. Verschiedene körperliche und meditative Techniken sollen die Schlange wecken, um Energie im Körper freizusetzen. Ziel ist es, sein wahres Ich (“Sat Nam”) zum Erwachen zu bringen.

Man geht in der Yogalehre davon aus, dass unser Organismus verschiedene Energiezentren besitzt, die sogenannten Chakren. Sind diese blockiert, können wir uns nicht frei entfalten und sowohl körperliche als auch emotionale Beschwerden haben. Kundalini Yoga soll die sieben Hauptchakren, welche zwischen dem Steißbein und der Kopfkrone sitzen, reinigen und ausbalancieren. Dies wird durch Atem- und Körperübungen, Meditation und das Singen von heiligen Silben, den Mantren, erreicht.

Kundalini Yoga ist eine ähnlich spirituelle Praxis wie Jivamukti Yoga, legt den Fokus dabei aber gezielt auf den Energiefluss im Körper. Der Fitnessaspekt steht eher im Hintergrund, auch wenn die Übungen körperlich sehr fordernd sein können. Ein wichtiger Unterschied zu Jivamukti, Hatha und Vinyasa Yoga: Beim Kundalini Yoga gibt es feste Übungsabfolgen.

Wer zum ersten Mal eine Kundalini Yogastunde besucht, könnte überrascht sein: Die praktizierenden Yogis kleiden sich meist traditionell ganz in Weiß und tragen einen Turban um den Kopf. Der Verzicht auf knallige Farben soll einen positiven Effekt auf die Chakren haben. Der Kopfschmuck soll verhindern, dass die aufsteigende Energie den Körper verlässt oder Stimmungen von außen eindringen. Aber keine Sorge, viele Yogastudios sind flexibel, was die Kleiderordnung angeht.

Frau praktiziert Yoga mit begleitender Musik
©Renee Keith

Wie funktioniert Kundalini Yoga?

Kundalini Yoga verbindet dynamische und statische Asanas mit meditativen und spirituellen Elementen – mit dem Ziel, die Chakren im Körper zu reinigen. Eine Stunde steht meist unter einem bestimmten Motto, das sich auf eines der sieben Energiezentren bezieht. Zum Beispiel kann es darum gehen, das Herz zu öffnen, Ängste zu lindern oder die Verdauung zu stimulieren. Für jedes Fokusthema gibt es eine spezifische Übungsabfolge, die Kriya genannt wird. Kriyas bestehen aus:

  • Körperübungen (Asanas)
  • Handhaltungen (Mudras)
  • Singen von heiligen Versen (Mantren)

Die Abfolge dieser energetischen Reinigungsübungen und -haltungen innerhalb einer Kriya ist strikt festgelegt. Vorab werden häufig Atemtechniken (Pranayama) sowie Aufwärmübungen praktiziert und im Anschluss meditiert. Abschluss einer Kundalini Klasse ist eine Tiefenentspannung.

Tipp: Hier findest du 9 Yoga Übungen für mehr Entspannung im Alltag!

Was bringt Kundalini Yoga?

Durch das Aktivieren und Ausbalancieren der verschiedenen Energiezentren, soll das Kundalini, die Lebensenergie des Körper, wieder frei fließen können. Stress, Umweltbelastungen, eine falsche Ernährung und weitere Faktoren können die Chakren blockieren. Kundalini Yoga soll Praktizierenden dabei helfen, zurück in ihre Mitte zu finden. Wer regelmäßig übt, soll sich vitaler und selbstsicherer fühlen sowie mit seiner Intuition verbunden sein.

Die festen Übungssequenzen, die Kriyas, können auch auf körperlicher Ebene förderlich sein. Mögliche Effekte sind:

  • Dynamische Bewegungen trainieren die Ausdauer.
  • Statische Posen, die zum Teil mehrere Minuten gehalten werden, stärken die Muskulatur, insbesondere die Tiefenmuskulatur.
  • Einige Asanas fördern gezielt die Durchblutung bestimmter Organe wie Nieren, Leber und Lymphdrüsen.
  • Dehnübungen fördern die Mobilität und lockern fasziales Gewebe.

Für wen ist Kundalini Yoga geeignet?

Kundalini Yoga ist für jeden etwas, der offen für spirituelle Erfahrungen ist. Du solltest ein Interesse für Mantren, Mudras und Meditation mitbringen. Die Übungen sind zum Teil zwar körperlich sehr anstrengend, doch liegt der Fokus bei diesem Yogastil nicht auf der Steigerung deiner Fitness. Sie ist ein schöner Nebeneffekt.

Viele praktizierende Yogis können durch die Kriyas aus negativen Gedankenmustern aussteigen und fühlen sich nach einer Stunde energetisch aufgeladen. Wenn dich das anspricht, solltest du der Yogarichtung eine Chance geben. Sagen dir Chanting und Breathwork weniger zu, besuche lieber eine Vinyasa oder Hatha Yogastunde.

Anfänger sind beim Kundalini Yoga ebenso willkommen wie fortgeschrittene Yogis. Wenn du noch gar keine Idee von Asanas hast, wäre ein Einsteigerkurs vorab sicher sinnvoll.

Tipp: Yoga für Anfänger – hole dir hier alle Infos, die du vor deiner ersten Yogastunde brauchst.

Frau praktiziert Kundalini Yoga
©surreal studios

Alternativen zu Kundalini Yoga

Singen von Mantren, weiße Kleidung und feste Übungsabfolgen – das ist nicht unbedingt das Richtige für dich? Vielleicht ist einer dieser Stile passender:

  • Yin Yoga: Dieser Yogastil ist sehr meditativ. Haltungen werden über längere Zeiträume von bis zu zehn Minuten gehalten. Damit förderst du vor allem deine Flexibilität, kommst aber auch mental an deine Grenzen.
  • Jivamukti Yoga: Dieser moderne Yogastil verbindet körperlich anspruchsvolle Übungen mit spirituellen Elementen, Chanten, Hintergrund-Beats und dem Rezitieren alter Schriften. Jivamukti Yoga ist etwas freier und musikalischer als Kundalini Yoga.
  • Hatha Yoga: Beim Hatha Yoga stehen kräftigende Körperübungen in Verbindung mit einer bewussten Atmung im Fokus. Auch Meditations- und Atemtechniken werden gelehrt, die Klassen sind aber deutlich weniger spirituell als beim Kundalini Yoga. In einem Hatha Kurs lernst du die wichtigsten Grundlagen kennen.

Fazit

  • Kundalini Yoga soll durch verschiedene körperliche und meditative Techniken die Lebensenergie (Kundalini) wecken.
  • Beim Kundalini Yoga geht man davon aus, dass der Mensch verschiedene Energiezentren besitzt. Diese Chakren sind durch äußere und innere Faktoren blockiert. Die Yogapraxis soll die Energie wieder frei fließen lassen.
  • Beim Kundalini Yoga werden feste Übungs-Sets aus dynamischen und statischen Asanas mit Meditation, Atemübungen, Mudras und Mantren verbunden.
  • Kundalini Yoga kann körperlich herausfordernd sein, im Vordergrund steht aber die innere Arbeit an den Energiezentren.
  • Kundalini Yoga eignet sich für alle Level, ein paar grundlegende Kenntnisse über Asanas und Mudras können jedoch helfen, einer Stunde gut zu folgen.
  • Kundalini Yoga ist das Richtige für alle, die sich vitaler und mehr in ihrer Mitte fühlen wollen sowie spirituell interessiert sind.
Artikel-Quellen
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