Zuckeraustauschstoffe in Lebensmitteln

Content Editor & Ökotrophologin
Leyla ist Ökotrophologin. Sie schreibt Artikel über Ernährung & einen gesunden Lifestyle. Zudem erstellt sie unsere kostenlosen Ernährungspläne.

Xylit, Maltit, Erythrit – unter all den Zuckeraustauschstoffen hast du die Orientierung verloren? Wir geben dir einen Überblick über die wichtigsten Zuckeralkohole.

Was sind Zuckeraustauschstoffe?

Zuckeraustauschstoffe: Das sind überwiegend Zuckeralkohole. Sie werden aufgrund ihrer Süßkraft als Alternative für Zucker eingesetzt.

Kein Grund zur Sorge: Mit der Wirkung von Ethylalkohol in Bier & Co. hat das nichts zu tun. Zuckeralkohole sind mehrwertige Alkohole. Sie gehören also genauso wie Zucker zu der Gruppe der Kohlenhydrate. Um einen Überblick zu gewinnen, schaue dir unbedingt unseren Artikel zu den verschiedenen Zuckerarten an.
In geringen Mengen sind sie von Natur aus auch in vielen Obst- und Gemüsesorten vorhanden. Der Großteil der Zuckeraustauschstoffe in Lebensmitteln wird jedoch industriell hergestellt.

Zuckeraustauschstoffe Liste

  • Sorbit
  • Mannit
  • Isomalt
  • Polyglycitolsirup
  • Maltit
  • Lactit
  • Xylit
  • Erythrit

Die wichtigsten werden in der folgenden Übersicht genau vorgestellt.

Zuckeralkohol  Lebensmittel
Sorbit Sorbit kommt von Natur aus zum Beispiel in Äpfeln und Birnen vor. In der industriellen Herstellung wird es aus Weizen- oder Maisstärke gewonnen.
Verglichen mit Rohrzucker hat es eine Süßkraft von 60 %.
Xylit Xylit kommt in kleinen Mengen in Gemüse und Früchten vor. Es ist auch unter dem Namen Birkenzucker bekannt. Heute wird es vor allem industriell aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten gewonnen. Dazu gehört Pflanzenmaterial, wie zum Beispiel Holz und Stroh.
Unter den Zuckeralkoholen hat Xylit die stärkste Süßkraft. Es ist damit fast so süß wie Rohrzucker.
Xylit hat einen kühlenden Effekt im Mund. Das erklärt, warum das Süßungsmittel vermehrt in Kaugummis und Bonbons eingesetzt wird.
Maltit Maltit wird aus Mais- und Weizenstärke gewonnen. Es besitzt eine Süßkraft von 70 bis 80 %. Optimal geeignet zum Süßen von Desserts, da es im Mund im Gegensatz zu Xylit ein eher cremiges Gefühl hinterlässt.
Erythrit Erythrit kommt von Natur aus in nur geringen Mengen in Obst, Gemüse und Käse vor. In der industriellen Produktion wird es allerdings aus Kohlenhydraten gewonnen. Die Süßkraft liegt bei etwa 60 %. Erythrit wird von deinem Körper fast vollständig ausgeschieden und gelangt in nur kleinen Mengen in deinen Darm. Das begründet, warum es unter allen Süßungsmitteln die beste Darm-Verträglichkeit und den geringsten Einfluss auf deinen Blutzuckerspiegel hat. Da dein Körper Erythrit in nur minimalen Mengen verstoffwechselt, ist es fast kalorienfrei.

 

Unser Tipp: Backst du mit dem Zuckeralkohol, kann es in deinem Kuchen zur Kristallbildung kommen. Er wird dadurch etwas knuspriger als sonst. Magst du deinen Kuchen lieber saftig, dann erhöhe den flüssigen Anteil des Rezeptes. Behalte aber auch im Hinterkopf, dass das einen Einfluss auf die Süßkraft haben kann.

©foodspring

Zuckeraustauschstoffe und Zucker im Vergleich

Das Besondere an Zuckeralkoholen ist, sie haben einen geringeren Brennwert als Zucker. Das liegt daran, dass sie von deinem Körper nicht vollständig verstoffwechselt werden. Abhängig von der Art des Zuckeraustauschstoffes nimmst du deshalb weniger Kalorien auf. Im Vergleich zu Rohrzucker ist der Einfluss auf den Blutzuckerspiegel geringer und größtenteils insulinunabhängig. Lästige Schwankungen deines Blutzuckerspiegels bleiben somit aus.

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Zuckeralkohole die Fähigkeit Wasser zu binden. In großen Mengen haben sie eine abführende Wirkung. Bei Sorbit ist dieser Effekt am stärksten ausgeprägt. Im Vergleich zu Industriezucker sind Zuckeraustauschstoffe zahnfreundlicher. Das liegt daran, dass die kariesverursachenden Bakterien Zuckeralkohole nicht verarbeiten können. Somit besitzen sie eine nicht Karies erzeugende Eigenschaft.

Zuckeraustauschstoffe und Zucker: Infografik

©foodspring

Was sind Süßstoffe?

Süßstoffe sind natürliche oder künstlich hergestellte Verbindungen. Sie besitzen einen süßen Geschmack, liefern gleichzeitig kaum bis keine Kalorien. Das ist der Grund dafür, warum es sich anbietet, Süßstoffe in einer Reduktionsdiät zu verwenden. Bei stärkerer Süßkraft liefern sie dir viel weniger Kalorien als Zucker und Zuckeraustauschstoffe. Eine Übersicht der bekanntesten Süßstoffe findest du in der folgenden Liste:

  • Saccharin
  • Cyclamat
  • Acesulfam-K.
  • Aspartam
  • Sucralose

Was ist der Unterschied zwischen Zuckeralkoholen und Süßstoffen?

Neben den Zuckeralkoholen gehören auch Süßstoffe zu den Süßungsmitteln. Im Vergleich zu Zuckeralkoholen sind sie teilweise tausendfach so süß. Im Gegensatz zu Zuckeralkoholen haben sie weder einen Nährwert noch nennenswerte Kalorien. Nichts als süß – schnelle Energie kannst du von Süßstoffen nicht erwarten.

Sind Zuckeraustauschstoffe ungesund?

Nach den EU-Vorschriften gehören Zuckeraustauschstoffe zusammen mit den Süßstoffen zu der Kategorie der Süßungsmittel.

Im Allgemeinen gilt: Bevor ein Süßungsmittel in einem Lebensmittel eingesetzt werden darf, wird er umfangreich geprüft.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet dazu gemeinsam in Experten-Gruppen, ob ein Zusatzstoff gesundheitlich unbedenklich ist.

Den Zuckeralkoholen wurde kein ADI-Wert (engl. acceptable daily intake) zugeordnet. Somit gibt es keine maximal erlaubte Tagesdosis.
Das ist darauf zurückzuführen, dass ihre Verwendung von der EFSA als gesundheitlich unbedenklich eingestuft wurde.

Unser Fazit

  • Zuckeralkohole in Lebensmitteln sind meistens keine natürlichen Alternativen für Zucker
  •  Sie werden nur zum Teil von deinem Körper verstoffwechselt
  • Deshalb haben sie einen geringeren Brennwert und werden vor allem insulinunabhängig abgebaut
  • Möchtest du Kalorien einsparen, können Zuckeraustauschstoffe eine Alternative für dich sein
  • Bei ihrer Verarbeitung solltest du Zucker und Zuckeraustauschstoff nicht 1:1 austauschen
  • Süßkraft, Eigenschaft Wasser zu binden und ihr Eigengeschmack müssen berücksichtigt werden
Article Sources
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