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Explosiv, kraftvoll und schnell – Interview mit Allroundtalent Andi

Content Editor & Ökotrophologin
Leyla ist Ökotrophologin. Sie schreibt Artikel über Ernährung & einen gesunden Lifestyle. Zudem erstellt sie unsere kostenlosen Ernährungspläne.

Dass the_andi_g, wie sie auf ihrem Instagram Account heißt, nicht nur sportlich motivierend ist, können wir dir versichern! In unserem Interview mit ihr erfährst du alles über ihren sportlichen Background, ihr Mindset und erhältst interessante Einblicke in ihr Privatleben. So viel sei schon mal gesagt, sie hat auch abseits vom Sportplatz richtig was auf dem Kasten.

Getting to know you. 

Was … 

… ist dein sportlicher Background? 

Ich bin eine klassische Individualathletin und komme aus dem Modernen Fünfkampf. Das ist eine Sportart, welche aus den Disziplinen Laufen, Schwimmen, Schießen, Fechten und Springreiten besteht. Diese Varianz an Sportarten hat mir die Basis gegeben, auch heute noch sehr leicht neue Bewegungsabläufe lernen zu können.

… ist deine Lebensphilosophie? 

Bleib in Bewegung! Und damit meine ich nicht, die ganze Zeit intensiv zu trainieren oder sich mega anzustrengen. Sondern körperlich wie auch mental flexibel und beweglich zu bleiben.

… sind deine Hobbies fernab von Sport? 

Ich habe Anfang des Jahres meinen Bachelor in Fahrzeugtechnik abgeschlossen und werde mich für einen Master in Medizintechnik bewerben. Mich interessieren Technik, neue Erfindungen und ihre Funktionsweise, und das ist auf jeden Fall ein Hobby von mir.
Ich koche und esse unglaublich gerne und probiere oft neue Gerichte oder Restaurants aus. Außerdem gehe ich unglaublich gern tanzen, feiern und fühle mich in der Berliner Clubszene zu Hause, darauf freue ich mich jetzt am meisten.

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… ist dein Lieblingsessen? 

Ich bin seit 2 Jahren auf chinesischem Essen aus der Region Szechuan hängengeblieben. Besonders angetan haben es mir authentisch traditionelle Nudelgerichte und so gut wie alles, was mit Szechuanpfeffer gewürzt ist!

1.Nenne drei Fakten über dich, die wir unbedingt wissen sollten. 

1. Ich bin Andi, 23 Jahre alt und bin mit vier Jahren aus Mazedonien nach Berlin gezogen.
2. Ich kann es nicht aushalten, still zu sein und nichts zu machen. Egal was ich mache, ich brauche Bewegung und viele verschiedene Aufgaben und Herausforderungen. Momentan übe ich mich jedoch darin, auch mal einen oder zwei Tage Pause zu machen, nicht zu arbeiten und einfach rumzuhängen, weil ich sonst schnell dazu neige mich zu übernehmen und an meine Grenzen zu kommen.
3. Ich bin ein unglaublich ungeduldiger Mensch und ich will sehr viel, am besten sofort. Das hat mich zum einen zwar sehr weit gebracht, ist jedoch auch oft ein Hindernis, weil ich nicht abwarten kann.

2.Du bist sowohl privat als auch beruflich richtig aktiv. Wie bist du zum Sport gekommen? 

Meine sportliche Laufbahn begann ich mit 5 Jahren mit dem Schwimmen. Nach kurzer Zeit gab es schon die ersten Wettkämpfe und da habe ich gemerkt, dass mir nicht nur das Training, sondern auch das Sich-Gegenseitig-Messen Spaß macht. Leider hatte ich nicht unbedingt die besten körperlichen Voraussetzungen und Wasserlage, um in die erste Mannschaft des Vereins zu kommen. Da habe ich den Modernen Fünfkampf entdeckt. Ich mochte vor allem den ständigen Wechsel der Disziplinen im Training und Wettkampf und die damit verbundenen verschiedenen Bewegungsmuster und benötigten Skills. Daher bin ich mit 10 Jahren vollständig zum Fünfkampf gewechselt, und war, bis ich 17 Jahre alt war, auch Teil des Nationalkaders. Ich hatte einen unglaublich durchgetakteten Trainingsplan und habe sechs bis sieben Tage in der Woche mehrere Stunden trainiert.  

Nachdem ich verletzungsbedingt aufgehört habe, bin ich zunächst dem Laufen treu geblieben. Nach und nach entdeckte ich weitere Sportarten wie Krafttraining und Boxen. Gutes Krafttraining ist einfach die Basis von allem. Dabei geht es mir nicht unbedingt darum, die schwersten Gewichte zu heben, sondern um eine gesunde und starke Bewegungsweise, von der ich nicht nur im Training profitieren kann!  

3. Auf deinem Instagram Account sieht man dich laufend, Gewichte hebend und auch boxend. Wie sieht deine Trainingsroutine aus? 

Die ist sehr intuitiv! Ich habe jahrelang nach festem Trainingsplan und Wettkämpfen gelebt und trainiert und brauche das momentan nicht. Ich trainiere so, dass ich mich danach gut fühle und auch das, worauf ich gerade Lust habe. Meistens gehe ich in der Woche 2 x laufen, wobei ein Lauf davon etwas anstrengender ist. Außerdem mache ich 2-3 x Krafttraining, oft gepaart mit einer Boxeinheit. Die Krafteinheiten sind natürlich nicht willkürlich, sondern progressiv bzw. zum Muskelerhalt angelegt, je nachdem, was gerade so mein Ziel ist.  Bei so viel Training ist es jedoch wichtig, auch regenerative Einheiten einzuplanen.

4. Welche sportlichen Ziele hast du noch? (mittel und langfristig) 

 Langfristig will einfach fit und gesund sein und mich beim Training gut fühlen. Ich konnte bis vor sechs Wochen monatelang nicht sehr viel trainieren, weil ich viele Prüfungen sowie meine Bachelorarbeit geschrieben und nebenbei gearbeitet habe. Daher arbeite ich seitdem wieder daran, ins Training zu kommen und mir eine gute Kraft- und Ausdauerbasis anzueignen. Als sportliche Ziele setze ich mir immer kleine Skills, an denen ich einige Wochen lang arbeite. Momentan habe ich wieder Lust, schneller im Laufen, vor allem in kurzen Distanzen bis zu 5 km zu werden. Außerdem will ich wieder mehr Boxen und eine bessere und vor allem schnellere Beinarbeit bekommen. Im Winter arbeite ich dann wieder eher an Krafttraining und längeren Laufdistanzen.  

5. Wie wichtig ist dir deine Ernährung und folgst du einer bestimmten Ernährungsweise? 

Meine Ernährung ist natürlich sehr wichtig, weil ich Essen nicht nur genieße, sondern das auch mein Treibstoff ist, der mich durch den Tag bringt. Ich folge allerdings keiner bestimmten Ernährungsweise und habe in den letzten Jahren, wie beim Training auch, gelernt, intuitiv zu essen und auf meinen Körper zu hören, was er gerade braucht. Ich komme ursprünglich aus Mazedonien und habe von klein auf die Bedeutung von gesunden, aber üppigen Mahlzeiten mitbekommen. Meine Oma meint immer, dass eine Mahlzeit gesund ist, wenn mindestens fünf Farben auf dem Teller sind. Ich glaube unterbewusst ist das meine Ernährungsweise!

6. Für uns bei foodspring steht Balance in Sachen Ernährung ganz oben auf dem Programm. Wie vereinbarst du deine Ernährung und Ziele miteinander?

Ich esse manchmal ein ganzes Glas Marshmallowcreme, einfach so. Ich esse gerne gutes Fleisch, vor allem Tartar. Ich feiere auch gerne mal bis in den nächsten Tag hinein, aber für nichts davon fühle ich mich schuldig. Im Endeffekt geht es nicht nur darum, so gesund wie möglich, sondern auch so glücklich wie möglich zu leben und Dinge zu genießen. Und wenn man es schafft eine ausgewogene Lebensweise zu führen bzw. glücklich zu sein, sollte man sich auch für nichts davon schämen!  

7. Auf welche Pre- und Post-Workout-Mahlzeiten oder -Drinks kannst du in deiner Trainingsroutine nicht verzichten? 

Ich liebe Kokoswasser, vor allem während und nach sehr intensiven Einheiten. Außerdem esse ich nach dem Laufen oft direkt erstmal ein Schokocroissant, das ist irgendwie ein seltsamer Crave von mir. Ich trinke ab und zu auch Proteinshakes, vor allem in Wochen, wo ich wirklich viel trainiere und auf Achse bin und es dann auch nicht jeden Tag schaffe ausgewogen zu essen. Momentan ist mein Favorite Shake Proteinpulver, Banane, Erdnussbutter, Haferkleie und Reismilch. Funktioniert auch super als flüssiges Frühstück, wenn ich morgens keine Zeit zum Essen habe.  

Wenn es mal schnell gehen muss, setzt Andi auf Power-Shakes vollgestopft mit guten Zutaten. Unser Vorschlag: Ein Fudgy Protein Shake Schoko-Haselnuss?

Fudgy Protein Shake
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8. Dein Feed wirkt super inspirierend und motivierend. Bist du auch mal nicht motiviert und was ist dann die eine Sache, die dir hilft? 

Wenn es ein kleines Motivationstief ist, dann versuche ich es erstmal mit Kaffee und frischer Luft. Was natürlich auch immer hilft, ist mich mit jemandem zum Sport zu verabreden, weil ich dann eine Verpflichtung habe und man sich gegenseitig pushen kann. Wenn ich so gar keine Lust habe oder einfach nur müde bin, ist das auch in Ordnung, dann lasse ich auch mal eine Einheit raus.

9. Was war dein größter sportlicher Rückschlag und wie bist du damit umgegangen?

Das war 2013, da war ich 15 Jahre alt und auf meiner höchsten sportlichen Leistung. Ich hatte mich durch gute Qualifikationswettkämpfe für die Europa- und Weltmeisterschaft qualifiziert und war gerade im Vorbereitungstrainingslager, als ich auf einmal geschwollene Lymphknoten hatte. Ich bin zu meiner Ärztin gegangen, die zum Glück sofort das richtige vermutet hat, und so wurde mir Pfeiffersches Drüsenfieber diagnostiziert. Vor allem für Leistungssportler ist das echt gefährlich, weil bei weiterer Belastung die Leber und Milz stark anschwellen können. Ich musste also sofort aufhören zu trainieren und meinen Teamkolleginnen sagen, dass die nächste in das WM Team nachrücken konnte, weil ich jetzt erstmal raus bin.
Die Krankheit hat mich mehrere Wochen flachgelegt und noch Monate danach hatte ich mit dem Fatigue-Syndrom zu kämpfen: allein der Weg zur Küche war unglaublich anstrengend, was mich natürlich mental total fertig gemacht hat. Ich war 20 Stunden Training die Woche gewöhnt, da ist das ein kaum zu verstehender Rückschlag. Nach und nach ging es mir körperlich besser, meine Rettung aus diesem mentalen Loch jedoch war mein damaliger bester Freund, mit dem ich einfach nur durch Berlin gezogen bin. Er hat mir gezeigt, dass es noch andere tolle Sachen neben dem Leistungssport gibt. Nach 7 Monaten habe ich wieder angefangen zu trainieren, natürlich war ich komplett raus und musste eigentlich wieder von vorne anfangen. Jedoch habe ich es danach leider nicht mehr richtig geschafft, verletzungsfrei länger zu trainieren, weswegen ich 2015 mit dem Leistungssport ganz aufgehört habe. Natürlich denke ich immer noch, wie meine sportliche Karriere verlaufen wäre, wenn ich nicht krank geworden wäre. Allerdings bin ich heute sehr zufrieden mit meinem Leben und der Meinung, dass mich dieser Rückschlag mental sehr resilient und stark gemacht hat!

10. Lauf-Buddys, Familie, Kolleg*innen, … Wer unterstützt dich am meisten?  

Jede:r meiner engen Freund:innen und Familienmitgliedern unterstützt mich auf eine eigene Art und Weise. Ich gehe mit meinem Kollegen laufen, der läuft schneller als ich, was mich natürlich pusht. Meine Familie ist sowieso die größte Hilfe und mein sicherer Hafen, wenn ich Rat, mentale Unterstützung oder einfach mal Ruhe brauche!

11. Trainierst du häufig mit Freunden und was schätzt du daran besonders? 

Ja klar, ich mag es gerne mit einer weiteren Person zu trainieren oder mit Mehreren zu laufen! Ich bin ständig im Austausch mit einigen Freunden, die selber auch Trainer sind. So trainiert und pusht man nicht nur zusammen, sondern lernt auch voneinander! Man ist sich gegenseitig quasi ein Coach und probiert und lernt nicht nur neue Trainingsweisen oder Übungen kennen, sondern diskutiert auch mal kritisch bestimmte Trainingsphilosophien.

12. Du hast das Network Sisterhood of running mitbegründet. Kannst du uns kurz erzählen, worum es sich dabei handelt? 

Ziel des Projektes war, die weibliche Berliner Laufszene im Rahmen des Halbmarathonprojektes zu connecten und einen Austausch zu ermöglichen. Auf den Sportplätzen sieht man sehr oft Läufer, die sich gegenseitig motivieren und pushen, jedoch seltener Läuferinnen, obwohl auch viele Frauen laufen. Weiterhin haben wir einen Diskurs zu Läuferinnen-spezifischen Themen geschaffen, die in den Lauf Communities noch nicht so sehr behandelt werden, wie Trainingsperiodisierung an den weiblichen Zyklus oder Laufen im Dunkeln. Wöchentlich habe ich mit Frauen aus verschiedenen Lauf Communities gesprochen, welche sich auch untereinander ausgetauscht haben. Dabei war es sehr spannend zu sehen, welche Themen welche Community besonders beschäftigen.

13. Wie wichtig ist dieses Community-Gefühl für dich? 

Ich finde vor allem Austausch sehr wichtig. Man muss nicht von allem einen Plan haben, jedoch offen für Neues sein und auch mal seine Meinung ändern können. Eine Community kann sowas gut challengen, da jede:r auch eigene Gedanken und Meinungen mitbringt. Auch ist es oft schön zu hören, dass man nicht allein mit Problemen und Sorgen ist, sondern auch jemand anders vielleicht dasselbe Problem hat. Das konnte ich auch gut in der Sisterhood of Running sehen. Viele Frauen fragen sich beispielsweise, ob und wie sie ihr Lauftraining nach ihrem Zyklus anpassen können. Zu sehen, dass sie nicht die einzigen mit diesen Fragen sind, hat nicht nur viel Ruhe in das Thema, sondern auch einen offeneren Austausch gebracht.

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Von daher finde ich jede Community unglaublich wertvoll. Natürlich kommt hinzu, dass das Trainieren oder Laufen in der Crew einfach viel geiler ist und ein ganz anderes Maß an Energie an den Tag legt.

14. Was macht für dich ein starkes Team aus? 

Akzeptanz, Diversität, gemeinsame Interessen, sich gegenseitig fördern, kritisieren und feiern!

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Artikel-Quellen
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