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Die 10 größten Zucker-Mythen im Faktencheck

frau gibt zucker zu ihrem kaffee
Von: Maren Baumgarten

Hast du schon mal versucht, auf Zucker zu verzichten? – Gar nicht mal so leicht, denn Zucker macht uns süchtig, oder? Diesen und weitere Zucker-Mythen wollen wir gemeinsam mit dir auf den Prüfstand nehmen.

Vorab: Ganz ohne Süßes musst du auch nicht auskommen. Bewusst genießen gelingt mit unseren Produkten, die nur wenig Zucker enthalten wie unseren Protein Cookies.

#1 Fruchtzucker ist gesund

Natürliche Süße aus Früchten. Das klingt lecker, gesund und ist einer der beliebtesten Zucker-Mythen. Auch Fruchtzucker (Fructose) ist Zucker und kann bei einem erhöhten Konsum nachweislich die Leber schädigen. Denn er wird in dem Organ direkt in Fett umgewandelt. Zudem verhindert Fructose die Fettverbrennung und hemmt das Sättigungsgefühl.

Obst und Gemüse sind hierbei jedoch nur selten die Übeltäter. Getränke und zuckrige Snacks werden häufig mit künstlichem Fruchtzucker gesüßt. Das ist deutlich günstiger als die Verwendung von Haushaltszucker. Auf der Zutatenliste erkennst du einen hohen Fructosegehalt an den Zutaten Glucose-Fructose-Sirup, Fructose-Glucose-Sirup, Maissirup oder Isoglukose.

#2 Unser Gehirn braucht Zucker

Ja und Nein. Üblicherweise verarbeitet unser Gehirn circa 120 Gramm Glucose (Traubenzucker/ Dextrose) pro Tag. Aber das bedeutet nicht, dass wir zuckrige Lebensmittel aufnehmen müssen. Denn der Körper kann Glucose aus langkettigen Kohlenhydraten, wie du sie zum Beispiel in einem Vollkornbrot findest, herstellen. Der Zucker–Mythos von den Dextrose-Täfelchen gegen ein Konzentrationstief ist somit zwar nicht widerlegt, doch bei einer gesunden Ernährung überflüssig.

Unser Gehirn hat zudem ein “Notfallprogramm”. Werden keine oder nur sehr wenige Kohlenhydrate aufgenommen, dann funktioniert das Denkorgan auch mit Ketonkörpern. Diese können wir aus Fettsäuren selbst bilden. Vielleicht hast du davon schon mal im Rahmen einer ketogenen Diät gehört.

#3 Zuckeraustauschstoffe sind schädlich

Zuckeraustauschstoffe werden oft mit Süßstoffen und E-Nummern gleichgesetzt. Da solche Zusatzstoffe allgemein einen schlechten Ruf haben, ist der Mythos von ungesunden Zuckeraustauschstoffen schnell entstanden. Dabei zählen beispielsweise auch Zuckeralkohole dazu. Maltitol ist einer von ihnen. Im Gegensatz zu Zucker verursacht Maltitol keinen Karies und hat deutlich weniger Kalorien.

#4 Brauner Zucker enthält Mineralstoffe

Wusstest du, dass brauner Zucker einfach nur gefärbter Haushaltszucker ist? Dementsprechend ist dieser auch weder gesünder noch schädlicher als raffinierter Zucker. Auch beliebt unter den Zucker-Mythen ist die Annahme, dass Vollrohrzucker oder Rohrohrzucker gesünder sein. Zwar enthalten diese minimale Mengen an Mineralstoffen und Vitaminen, doch du müsstest schon mehrere Kilos davon essen, um einen Nutzen daraus ziehen zu können. Lediglich im Geschmack unterscheiden sich sie merklich von raffiniertem Zucker. Vollrohrzucker schmeckt etwas aromatischer.

Tipp: Wer auf einen nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln achtet, sollte lieber zum Rübenzucker greifen. Denn dieser hat kürzere Transportwege hinter sich.

#5 Leistungskick für Sportler/innen

Ernährung und Sport scheinen eine Wissenschaft für sich zu sein. Das bietet reichlich Raum für Halbwissen und Mythen rund ums Thema Zucker. Vielleicht kennst du Aussagen wie “Sportler/innen dürfen so viel Zucker essen, wie sie wollen” oder “Für optimale sportliche Leistungen braucht der Körper schnelle Energie durch Zucker”. Auf Profi- und Extremsportler/innen mag das zwar zutreffen, doch wer ist das schon.

Ob dein Körper Zucker zum Training benötigt, ist auch von deinem Trainingsziel abhängig. Möchtest du einen Marathon gewinnen? Dann kann schnell verfügbarer Zucker das i-Tüpfelchen sein. Trainierst du hingegen zum Abnehmen oder für mehr Muskelmasse, dann ist die Anpassung der Ernährung viel bedeutender.

Lesetipp: Die besten Pre- und Post-Workout Mahlzeiten für veganen Muskelaufbau

#6 Zucker ist gleich Zucker

Was ist Zucker eigentlich? Für viele mag diese Frage trivial klingen und mit weißem Haushaltszucker beantwortet werden. Doch ganz so einfach ist das dann doch nicht. Beispielsweise wird in den Nährwertangaben auf Lebensmitteln unter Zucker alle Einfach- und Zweifachzucker verstanden. Somit zählt hier Milchzucker genauso wie Fruchtzucker und Traubenzucker. Dabei sind diese Zuckerarten chemisch nicht gleich aufgebaut und werden auch auf verschiedene Weisen verstoffwechselt. Wer eine dieser Zuckerarten nicht verträgt, weiß genau, dass Zucker nicht gleich Zucker ist.

Verschiedene Süßungsmittel wie Honig, Kokosblütenzucker, Agarvendicksaft oder Reissirup enthalten eine unterschiedliche Zusammensetzung solcher Einfach- und Zweifachzucker. Daher wirken sie auch minimal verschieden auf den menschlichen Körper. Wirklich gesund ist jedoch keiner, dieser Zucker.

#7 Zucker macht süchtig

Der Verzicht auf Zucker ist für viele eine echte Herausforderung. Verantwortlich dafür ist eine Dopaminausschüttung nach dem Konsum von zuckrigen Lebensmitteln. Doch das geschieht auch bei Musik, sportlichen Erfolgen oder anderen positiven Ereignissen. Eine echte Sucht ist es deshalb noch lange nicht. Für eine Abhängigkeit sind noch weitere Kriterien nötig. Auch wenn der Zuckerverzicht schwer fällt, wäre es doch etwas ungerecht gegenüber Menschen, die an einer Abhängigkeit leiden, Zucker als Sucht zu betiteln.

#8 Zucker verursacht Krankheiten wie Diabetes

Die Zuckerlobby macht sich besonders stark gegen diesen Zucker-Mythos. Ihre Argumente: Zucker allein macht weder Übergewicht, Karies noch Diabetes. Andere Lebensmittel können ebenso zu diesen Krankheiten führen. Beziehungsweise genetische Ursachen oder Bakterien seien die Auslöser. Zwar sind diese Aussagen per se nicht falsch, dennoch zählen Wissenschaftler/innen Zucker zu einem der Hauptprobleme in der Ernährung. Denn wir essen einfach zu viel davon. Also verursacht Zucker nicht unbedingt Diabetes und Co., sondern unser übertriebener Konsum ist schädlich.

Tipp: In unserer Rezept-Datenbank findest du köstliche Rezepte, die nur wenig Zucker enthalten. So fällt dir eine gesunde Ernährung gleich viel leichter.

#9 Zuckerfreie Produkte enthalten keinen Zucker

Um uns Verbraucher/innen zu schützen, sind Begriffe wie zuckerarm oder zuckerfrei rechtlich genau definiert. Doch entgegen der üblichen Annahme, zuckerfrei würde bedeuten, dass das Produkt keinen Zucker enthält, dürfen maximal 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm oder Milliliter darin vorkommen. Natürlich sind das sehr geringe Mengen, dennoch können sie in Summe einige Gramm Zucker pro Tag ausmachen.

#10 Zucker ist ein Naturprodukt

Häufig wird behauptet Süßstoffe und Zuckeralkohole sind hochverarbeitete Produkte und daher wäre Zucker als naturnahes Lebensmittel besser. Doch ist dem wirklich so? Wer schon mal ein Stück Zuckerrohr oder Zuckerrübe probiert hat, weiß, dass diese recht wenig mit raffiniertem Zucker zutun haben. Zwar schmecken beide Pflanzen süßlich, doch bei Weitem nicht so wie Zucker. Bis aus der Rübe oder dem Zuckerrohr kristalliner Zucker entsteht, durchlaufen die natürlichen Rohstoffe viele Verarbeitungsschritt. Ob das dann noch natürlich ist, muss wohl jeder selbst entscheiden.

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