Frau kuschelt mit ihrem Hund auf dem Sofa

Oxytocin: Was macht das Kuschelhormon mit deinem Körper?

Content Editor & Fitnesstrainerin
Lisa ist studierte Journalistin, lizensierte Fitness- und Gesundheitstrainerin und Meditationscoach. Sie hat viele Jahre für verschiedene Lifestyle- und Fitnessmagazine gearbeitet, hier schreibt sie Artikel aus den Bereichen Workout, Fitness, Lifestyle & Mind.

Oxytocin ist als Kuschelhormon und Bindungshormon bekannt. Es steigert dein Wohlbefinden und stärkt zwischenmenschliche Beziehungen. Erfahre hier, wie der Botenstoff wirkt und welche Möglichkeiten du hast, dein Oxytocinlevel zu erhöhen.

Was ist Oxytocin?

Streichelt eine vertraute Person sanft über deine Haut oder schmust du mit deinem Hund, breitet sich ein wohliges Gefühl breitet in dir aus. Verantwortlich dafür ist das Kuschelhormon Oxytocin. Der körpereigene Botenstoff, bestehend aus neun Aminosäuren, wird im Gehirn freigesetzt: Der Hypothalamus übernimmt die Produktion, während die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) den Wirkstoff ausschüttet. Als Neurotransmitter wirkt Oxytocin direkt im Gehirn, als Hormon gelangt es über die Blutbahnen in den Körper.

Oxytocin spielt eine zentrale Rolle bei der Ausbildung zwischenmenschlicher Beziehungen. Nicht ohne Grund wird es auch als Bindungshormon bezeichnet. Als solches stärkt es das Vertrauen in Partnerschaften und die sexuelle Erregung.

Mutter kuschelt mit ihrer Tochter
@Westend61

Die wichtigste Funktion hat Oxytocin als Mutter-Kind-Hormon: Der Wirkstoff löst die Wehen bei der Geburt aus und sorgt für den Milcheinschuss. Er wird im medizinischen Umfeld deshalb auch unterstützend bei der Geburtshilfe eingesetzt. Darüber hinaus ist Oxytocin für die enge Bindung zwischen der Mutter und ihrem Nachwuchs verantwortlich.

Eine weitere Funktion hat Oxytocin bei der Bewältigung von Stress. Das Hormon reguliert den Blutdruck und das Cortisollevel. Cortisol ist als Stresshormon bekannt. Eine Überproduktion oder chronische Ausschüttung kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Oxytocin kann dem entgegenwirken und entspannen.

Oxytocin, Serotonin, Dopamin: Glückshormone im Überblick

Neben Oxytocin gibt es weitere Hormone, die im Zusammenspiel für unser Wohlbefinden sorgen. Dies sind die wichtigsten Glücklichmacher und ihre Wirkung (1):

Hormon Funktion Wirkung
Oxytocin Kuschelhormon verstärkt das Gefühl von Vertrauen und Bindung, reduziert Stress
Serotonin Glückshormon verbessert die Stimmung, reduziert Angstgefühle
Dopamin Antriebshormon stärkt den inneren Antrieb und die Motivation
Adrenalin und Noradrenalin Muthormone sorgen für kurzfristigen, positiven Stress, steigern die Konzentration und die Handlungsbereitschaft
Endorphine Energiehormone hemmen die Schmerzwahrnehmung, stärken die Motivation
Phenylethylamin Liebeshormon steigert das Lustempfinden und das Gefühl der Verliebtheit

 

Was macht Oxytocin im Körper?

Oxytocin hat im Körper verschiedene Effekte. Die meisten davon lösen positive Gefühle aus – wenn auch nur kurzfristig. Denn die Halbwertszeit von Oxytocin beträgt 4 bis 10 Minuten. Das heißt, innerhalb weniger Minuten reduziert sich die ursprüngliche Hormonmenge um die Hälfte. Die angenehme Wirkung lässt also vergleichsweise schnell wieder nach.

Schwules Pärchen kuschelt draußen im Park mit ihrem Hund
@svetikd

Nicht ohne Grund wird Oxytocin Kuschelhormon oder Bindungshormon genannt. Es verwöhnt dich mit dem guten Gefühl nach einer freundschaftlichen Umarmung oder beim Sex.

Ausgelöst durch angenehme Sinneswahrnehmungen, setzt das Gehirn den Botenstoff frei. Als Neurotransmitter wirkt Oxytocin über das Zentrale Nervensystem. Du wirst nachweislich empfänglicher für zwischenmenschlichen Kontakt und baust schneller Vertrauen auf. Dank Oxytocin gehst du auf Kuschelkurs. (2)

Beim Sex, insbesondere beim Orgasmus, wird eine größere Menge Oxytocin ausgeschüttet, was das angenehme Gefühl verstärkt.

Außerdem macht Oxytocin gelassener und selbstbewusster. Der Grund: Der Wirkstoff hemmt die Produktion des Stresshormons Cortisol und aktiviert gleichzeitig das Belohnungssystem. Du kannst dich eher entspannen und fühlst dich selbst vor Fremden wohl. (3)

Als Hormon spielt Oxytocin eine wichtige Rolle rund um die Geburt. Unter anderem löst es die Wehen aus und sorgt für den sogenannten Milcheinschuss. Auch Männer profitieren von Oxytocin: Das Hormon kann einen positiven Einfluss auf ihre Fruchtbarkeit haben. (4)

Mann und Frau umarmen sich am Strand
@Oliver Rossi

Ein chronischer Mangel an Oxytocin kann Studien zufolge ein Grund für Übergewicht sein. Das Hormon spielt eine wichtige Rolle bei der Fettverbrennung und sorgt zusammen mit anderen Botenstoffen dafür, dass du dich eher satt fühlst. Forscher nehmen deshalb an, dass Oxytocin dabei helfen könnte, abzunehmen. (5)

Ein weniger relevanter Effekt von Oxytocin ist sein Einfluss auf die Harnmenge. Da Oxytocin im Körper jedoch schnell abgebaut wird, ist diese Wirkung kaum von Bedeutung.

Vorteile und Nachteile von Oxytocin

Oxytocin wird nicht ohne Grund mit dem Wohlgefühl in Verbindung gebracht. Die positiven Eigenschaften des Bindungs- und Kuschelhormons sind:

  1. Reduktion von Stress
  2. Aktivierung des Belohnungssystems
  3. Stärkung von Empathie und Vertrauen
  4. Stärkung von Zugehörigkeit
  5. Unterstützung von Geburt und Stillzeit
  6. Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung
  7. Förderung der Fruchtbarkeit beim Mann
Pärchen sitzt Arm in Arm auf einem Dach und die Sonne geht langsam unter
@Maskot

Demgegenüber stehen die negativen Seiten von Oxytocin: Studien zeigten, dass ein hoher Oxytocinspiegel das Gefühl von Rivalität fördern kann. Probanden fühlten sich ihrer zugewiesenen Gruppe stärker zugehörig und verteidigten diese vehement gegen Außenstehende. Die Kehrseite der angenehmen Vertrautheit ist somit Ausgrenzung. Eine Erklärung für diese übersteigerte Loyalität sehen Forscher darin, dass Oxytocin für die enge Bindung zwischen Mutter und Kind verantwortlich ist. Die Rivalität könnte demnach aus dem Beschützerinstinkt resultieren. (6)

Wie kann man Oxytocin steigern?

Oxytocin wird infolge angenehmer Sinneswahrnehmungen freigesetzt. Wenn du dich besser fühlen möchtest, kannst du dein Gehirn ganz einfach austricksen. Hier ist eine Liste mit Dingen, die dich auf Kuschelkurs bringen:

  1. Umarmungen
  2. Kuscheln
  3. Sex
  4. Tiere streicheln
  5. Leckeres Essen
  6. Angenehme Musik
  7. Austausch mit lieben Menschen
  8. Herzensgeschenke machen
  9. Komplimente verteilen
  10. Selfcare Routinen
  11. Meditation
  12. Badewanne
  13. Sauna
  14. Massagen
Pärchen kuschelt im Bett
@Willie B. Thomas

Letztlich ist es ganz einfach: Mache mehr Dinge, die du liebst – das Wohlgefühl kommt dann ganz von alleine.

Unser Tipp: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zu deinem Wohlbefinden. Versorge deinen Körper täglich mit der optimalen Menge an Nährstoffen. Dabei helfen dir zum Beispiel unsere Daily Vitamins.

Fazit

  • Oxytocin ist als Kuschelhormon, Bindungshormon und Mutter-Kind-Hormon bekannt.
  • Neben weiteren Botenstoffen zählt Oxytocin zu den Glückshormonen, da es unser Wohlbefinden steigert.
  • Oxytocin wirkt als Neurotransmitter direkt im Gehirn und löst ein positives Empfinden aus.
  • Das Hormon Oxytocin spielt vor allem vor, während und nach der Geburt eine Rolle.
  • Ausgelöst durch angenehme Sinneswahrnehmungen entfaltet sich die Wirkung von Oxytocin: Es reduziert Stress, aktiviert das Belohnungssystem und sorgt somit für Wohlbefinden.
  • Oxytocin kann das zwischenmenschliche Vertrauen und Empathie stärken, entspannen sowie das Selbstvertrauen steigern.
  • Ein Überschuss an Oxytocin kann für Rivalität und Ausgrenzung sorgen.
  • Das Oxytocinlevel lässt sich steigern, indem man Dinge macht, die verschiedene Sinne stimulieren und die man als angenehm empfindet.
Artikel-Quellen
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  • (1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4449495/

  • (2) https://www.news.uzh.ch/de/articles/2011/fremden-vertrauen-dank-oyxtocin.html

  • (3) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9924739/

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11390754/

  • (4) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2627744/

  • (5) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5868755/

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18520999/

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4213929/

  • (6) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20538951/

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