mann der gelangweilt auf den Bildschirm schaut

Langeweile: 19 Tipps, die dagegen helfen

Fitness Editor
Julia ist ausgebildete Fitnesstrainerin. Sie schreibt unsere Ernährungs- und Fitness-Artikel. Zudem erstellt sie unsere kostenlosen Workout-Pläne.

Was kann man gegen Langeweile machen? So einiges! Bei unseren 19 Tipps gegen Langeweile, weißt du gar nicht, wo du anfangen sollst. 

Langeweile muss nichts Schlechtes sein. Das Gefühl der Langeweile – für das es übrigens keine allgemeingültige Definition gibt – beinhaltet auch Chancen. Schließlich bedeutet Langeweile, dass du zwischen den ganzen Challenges in Alltag und Job Zeit hast, noch etwas für dich zu machen. Langeweile ist der perfekte Ausgangspunkt dazu Altes hinter dir zu lassen, Neues zu entdecken und dich selbst und deine Mitmenschen besser kennen zulernen.

Du hast trotz vollen Meeting-Kalenders, nie enden wollenden To-do-Listen und einem Social Event nach dem anderen Langeweile? Oder du langweilst dich während deines Jobs? Glückwunsch! Die Langeweile lädt dich ein, herauszufinden, was du ändern kannst, um ein Leben zu leben, das dich wirklich erfüllt. 

Gut zu wissen: Langeweile ist ein komplexes psychologisches Phänomen. Andauernde Langweile und Antriebslosigkeit sind ein Zeichen dafür, dass etwas nicht so läuft, wie es laufen sollte und kann sogar krank machen. Du bist schon lange gelangweilt und hast das Gefühl, selbst nichts ändern zu können und festzustecken? Dann such dir professionelle Hilfe.

Top-10-Tipps gegen Langeweile

Unsere Top-10-Tipps gegen Langeweile, laden dich ein, dich besser kennenzulernen, deinen inneren Schweinehund zu überwinden oder dir einfach mal selbst einen Tritt in den Hintern zu geben – je nachdem, was du gerade brauchst.

#1 Lehne dich zurück und genieße.

First things first: Statt dich selbst zu verurteilen, dass du gerade Langeweile hast, nimm das Gefühl an. Du langweilst dich und das ist auch OK. Verschiedene Emotionen gehören zum Leben. So auch die Langeweile. Gefühle anzunehmen, ist eine wichtige Übung hin auf dem Weg zu mehr Selbstliebe.

Außerdem ist Langeweile nicht per Definition schlecht. Steht dein Kopf dauernd unter Hochspannung, geht er irgendwann kaputt. Du funktionierst nur noch, bis es irgendwann zu viel wird und gar nichts mehr geht. Burn-Out. 

Gelegentliche Langweile ist sogar etwas Gutes. Forscher fanden heraus, dass gelegentliche Langeweile die Kreativität fördern kann. Also: Lehne dich zurück und genieße die Langeweile als Kunstpause

#2 Finde heraus, was dich langweilt. Und wie du es ändern kannst. 

Genug des Müßiggangs? Dann finde heraus, was es ist, das dich langweilt. Zu viel freie Zeit? Monotone Tätigkeiten im Job? Schreib auf, womit du deine Lebenszeit verbringst. Schau, was davon dir Freude bereitet und was dich interessiert. 

Und im Gegenteil: Was langweilt dich, wovon würdest du gerne weniger machen und warum? Was machst du aus intrinsischer Motivation und was aus extrinsischer? Sind die externen Faktoren deinen Einsatz wert?

Am besten visualisierst du diese Dinge auf. Ob in Mind Maps, Tabellen, oder so, wie es dir in den Kopf kommt. Du musst nicht alles an einem Tag lösen. Gib dir die Zeit, die du brauchst und finde heraus, was dich wirklich motiviert und berührt. Kannst du die Dinge, die dich langweilen und bedrücken, in etwas Positives transformieren?

#3 Finde heraus, was dich interessiert.

Angenommen Tipp #2 war erfolgreich, kannst du diesen hier vielleicht überspringen. Vielleicht macht er aber trotzdem Spaß. Überleg dir, wann du das letzte Mal etwas im Flow gemacht hast. So konzentriert, dass dich nichts ablenken konnte und alles wie von selbst ging. Das pure Gegenteil von Langweile. 

Bei welcher Tätigkeit war das? Was war damals anders als jetzt? Warum ist dieser Flow nicht mehr da? Was machst du mit voller Begeisterung? Was kannst du so richtig gut? Wo liegen deine Stärken? Und wobei fühlst du dich wohl? Kannst du mehr davon in dein Leben integrieren?

#4 Lenke deine Gedanken.

Und zwar in zweierlei Hinsicht. Check als Erstes dein Mindset: Ist es wirklich langweilig und die Situation unzumutbar oder steigerst du dich in die negativen Aspekte rein? Gibt es etwas Gutes, auf das du deine Aufmerksamkeit lenken kannst? Oder kannst du die langweilige Situation vielleicht ganz einfach ändern? 

Zweitens: Lerne, dich zu fokussieren und deine Gedanken voll und ganz auf eine Tätigkeit zu lenken. Studien kamen zu der Annahme, dass Menschen, die die Kontrolle über ihre Gedanken haben und sich gut auf eine Tätigkeit fokussieren können, seltener gelangweilt sind.

Good News: Du kannst lernen, dich von deinen Gedanken nicht dauernd ablenken zu lassen. Zum Beispiel mit Meditation. Kannst du nicht? Nicht schlimm. Lies nach, wie du Meditation lernen kannst.

#5 Stifte Sinn. 

Wie, das bleibt dir überlassen. Aktivitäten, die du als sinnvoll erachtest, sind nur selten langweilig. Abgesehen von der Steuererklärung vielleicht. Du findest Tierschutz wichtig? Dann engagiere dich ehrenamtlich oder hauptberuflich in diesem Bereich. Das kannst du durch alle möglichen Themen ersetzen, mit denen du denkst einen gesellschaftlichen oder ökologischen Mehrwert zu schaffen.

#6 Entdecke Journaling.

Ein Tipp gegen Langeweile, der dich definitiv richtig weiter bringt: Journaling. Das ist so etwas, wie Tagebuch für Erwachsene. Mit dem Unterschied, dass hier weniger deine Erlebnisse, als deine Wahrnehmung der Erlebnisse und ihr Einfluss auf dich und deine Emotionen im Vordergrund stehen.

Wenn du jetzt denkst, das ist was für Pädagogen, liegst du falsch. Journaling hilft dir dabei destruktive Glaubenssätze zu hinterfragen, dich selbst zu reflektieren, deinen Fokus auf positive Dinge zu legen und Potenziale zu erkennen.

Du entscheidest, wie oft du dein Journal führen möchtest und was dein Thema ist. Vor allem Dankbarkeits- und Erfolgsjournale sowie der Stream of Concioussness sind beliebt. 

Letzteres ist eher etwas für Fortgeschrittene und solche, denen es leicht fällt, ihre Gedanken zu Papier zu bringen: Hier schreibst du einfach auf, was dir in den Sinn kommt. Du kannst aber auch vorstrukturierte Journaling-Bücher kaufen. Beliebt sind Formate, in denen du dir täglich die gleichen kurzen Fragen stellst und dir einmal wöchentlich Zeit für schwierigere Fragen nimmst. 

#7 Mach etwas, das dich weiter bringt.

Wo würdest du dich gerne weiter entwickeln? Was wolltest du schon immer können? Jetzt hast du Zeit, genau das zu lernen. Eine neue Sprache? Deine EDV-Kenntnisse aufs nächste Level bringen? Doch endlich mal einen Soft-Skill-Kurs belegen? Los geht’s. 

#8 Lerne neue Bewegungen.

Einer der besten Tipps gegen Langeweile: Lerne neue Bewegungen. Vielleicht einfach mal welche, von denen du dachtest, dass du sie nie können wirst. Handstand, Spagat oder einfach einen Squat mit den Fersen ganz am Boden.

Das verbessert nicht nur dein körperliches Set-Up, sondern trainiert auch dein Gehirn. Du brauchst Inspiration? In unserer Workout-Datenbank findest du sicher neue Moves.

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# 9 Etabliere Gesunde Gewohnheiten

Du wolltest schon immer regelmäßig etwas für dich tun? Meditieren, weniger Zucker essen, dich mehr bewegen. Gesunde Gewohnheiten zu bilden ist gar nicht so einfach. Aber: Wenn du sie einmal drauf hast, sind sie für immer da. Das liegt am sogenannten Habit Loop, einem neurologischen Zyklus, der deinen Gewohnheiten zugrunde liegt. 

#10 Komm in die Gänge. 

Statt auf dem Sofa zu sitzen und deinen “Mir ist langweilig”-Mantra immer mehr an Kraft gewinnen zu lassen, entscheide dich bewusst dafür, den Selbstmitleidsmodus zu verlassen und etwas die freie Zeit zu etwas Guten zu machen. 

Ganz egal, ob du dir einen Tipp gegen Langeweile aussuchst, oder du etwas ganz anderes machst: Hauptsache, du änderst dein Mindset

Gut, vielleicht ist es gerade nichts Positives, dass du viel freie Zeit hast. Vielleicht sind deine finanziellen oder sozialen Ressourcen aktuell begrenzt. Es geht nicht darum, dir Schlechtes schönzureden. Sondern darum, die Situation für dich so zu nutzen, dass für dich trotzdem etwas Gutes dabei rumkommt und du die negative Gedankenspirale durchbrichst.

Und wenn das nur heißt, dass du viele schöne Stunden ohne schlechtes Gewissen auf dem Balkon geschlafen hast. Du entscheidest selbst, die Langeweile-Spirale zu verlassen. Wie du das machst, ist alleine deine Entscheidung. 

3 Tipps gegen Langweile zu Hause

Was tun bei Langeweile zu Hause? Da fällt uns vieles ein. Hier sind unsere drei Favouriten für mehr Lebensqualität zu Hause. 

#1 Erweitere deinen Food-Horizont.

Schon mal überlegt, was du so neues Kochen könntest? Nicht? Im Alltag macht man eh immer das Gleiche – schließlich soll es schnell gehen. Geh einfach mal in den Supermarkt und schau, welches regionale Gemüse gerade Saison hat. Kauf etwas, das du nicht kennst oder noch nie gegessen hast.

Mit Sicherheit haben wir ein Fitness Rezept mit diesem Gemüse, das zu deinen Zielen passt. So hast du, wenn die Langeweile-Phase vorbei ist, ein paar neue Rezepte im Repertoire.

herzhafter crepe auf einem teller
©foodspring
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#2 Versuch dich am Urban Gardening.

Entweder auf der Fensterbank, dem Balkon oder vielleicht sogar mit fachkundigem Support in einem gemieteten Beet. Frischer als selbst geerntet geht schließlich nicht. Hochwertige Kräuter und buntes Gemüse brauchen oft weder viel Platz noch viel Expertise. Hast du einmal verstanden, wie es sich gut gärtnert, hast du in Zukunft immer frische Nahrungsmittel zu Hause. 

#3 Befreie dich von Altlasten.

Ein klassischer Tipp gegen Langeweile zu Hause. Dennoch ist er gut. Miste aus. Verschenke oder verkaufe Klamotten, die du nicht mehr trägst. Mach dich an den chaotischen Papierstapel auf dem Schreibtisch. Die Kramschublade in der Kommode. Und den voll gestellten Keller. 

Dinge im Außen zu strukturieren, hat diverse positive Effekte auf das psychische Wohlbefinden. Studien fanden heraus, das Chaos im Außen oft mit Ängsten, depressiven Verstimmungen, Übergewicht und Schlafstörungen einhergeht. Außerdem erschwert es dir, deine Aufmerksamkeit zu lenken und dich auf das zu fokussieren, worauf du dich wirklich konzentrieren möchtest.

Side Fact: Wer latent unzufrieden oder gestresst ist, neigt zu emotionalem Essen. Auch Essen aus Langweile ist emotionales Essen. Wir verraten dir, 6 Tipps gegen essen aus Langeweile.

3 Tipps gegen Langeweile mit Freunden

Das Treffen mit Freunden muss nicht zum langweiligen Routine-Event werden. Diese drei Tipps gegen Langeweile mit Freunden machen eure Runde wieder interessant.

#1 Verabrede dich nur, wenn du auch wirklich willst. Und kannst.

Gehst du manchmal zu Verabredungen, weil die eben jeden Mittwoch sind? Oder, weil du zugesagt hast, obwohl du eigentlich Null Energie übrig hast? Lass das. Es ist völlig ok, mal müde, lieber allein oder einfach nicht in der Stimmung zu sein. 

Wenn du keine Energie für einen guten Austausch oder einfach entspannte Zeit hast, nimm dir die Zeit für dich selbst. Triff dich mit deinen Freunden, wenn du mental und emotional bereit bist, zuzuhören, zu reden, da zu sein. 

#2 Sprecht miteinander.

Small Talk macht Spaß und es müssen nicht immer philosophische Runden und intellektuelle Meisterleistungen sein. Aber antworte ehrlich auf die Frage, wie es dir geht. Höre dir Antwort deiner Freunde an, wenn sie sagen, wie es ihnen geht. 

Führt Gespräche, die euch berühren, über Themen die euch beschäftigen. Klar, ist mal nur Bier oder Weinchen trinken und herumalbern super. Aber auf Dauer vielleicht auch ein bisschen langweilig.

#3 Erlebt etwas.

Gemeinsame Erlebnisse verbinden. Macht aktiv etwas zusammen. Ein Workout, oder etwas, das ihr mal immer schon machen wolltet oder etwas, was du allein nie tun würdest. Ins Museum gehen, Heißluftballonfahren, eine Radtour, Floß fahren, die örtliche Geflügelwirtschaft besuchen, ehrenamtlich bei einem Event aushelfen – was auch immer für dich und deine Freunde infrage kommt.

3 Tipps gegen Langeweile zu zweit

Langeweile zu zweit kannst du als Chance nutzen, um eure Beziehung zu verbessern. Hier wären wir wieder beim Thema Mindset: Lenke deine Gedanken auf das Positive und stell dich der Situation. Auch, wenn es vielleicht unkomfortabel ist. 

#1 Bringt eure Beziehung aufs nächste Level. 

Hier gilt das Gleiche, wie beim Reden mit Freunden. Redet darüber, wie es euch geht. Step 1: Kommuniziere, dass du dich langweilst. Versuche – ohne deinem Gegenüber etwas vorzuwerfen – darüber zu sprechen, warum das so ist und was du dir wünschen würdest. Welche gemeinsamen Schritte kannst du dir vorstellen, um dahin zu kommen? 

#2 Gönne dir Me-time.

Gönne dir Zeit für dich, in der du tun und lassen kannst, was du möchtest. Mal alleine zu sein, andere Menschen zu treffen oder dich nur mit deinen Themen und Interessen zu beschäftigen, sorgt dafür, dass du sich inspiriert fühlst und frischen Wind in die Zweisamkeit mitbringst. Im Idealfall macht dein Partner das Gleiche. 

#3 Nehmt euch gemeinsame Auszeiten.

Nehmt euch zusammen frei und brecht aus dein Alltag aus. Dafür müsst ihr nicht in den Urlaub fahren. Realisiert ein gemeinsames Projekt. Geht spazieren, paddeln, Rad fahren, wandern oder chillt einfach mal ohne To Do-Liste zu Hause rum. 

Fazit

  • Langweile ist eine Chance Seele und Gedanken baumeln zu lassen oder das zu tun, wo du sonst nie Zeit für hast. 
  • Langeweile bietet Optimierungspotenzial für dich selbst und deine Beziehungen.
  • Du entscheidest darüber, ob du dich von der Langeweile runterziehen lässt oder sie als Chance begreifst. 
  • Lange andauernde chronische Langeweile kann ein Zeichen dafür sein, dass du dir professionelle Hilfe suchen solltest. 

 

Artikel-Quellen
Wir bei foodspring verwenden nur qualitativ hochwertige Quellen sowie wissenschaftliche Studien, die unsere Aussagen in Artikeln stützen. Lies hierzu auch unsere Editorial Richtlinien durch Erfahre, wie wir Fakten prüfen damit unsere Artikel immer korrekt, verlässlich und vertrauenswürdig sind.
  • Catherine A., Rostera et. al (2016): The dark side of home: Assessing possession ‘clutter’ on subjective well-being, in: Journal of Environmental Psychology, 46, 32 – 41.

     

     

  • Eastwood, J. D., Frischen, A., Fenske, M. J., & Smilek, D. (2012): The Unengaged Mind: Defining Boredom in Terms of Attention, in: Perspectives on Psychological Science, 7(5), 482 – 495. 

     

     

  • Mann, S.; Cadman, R. (2014): Macht uns Langeweile kreativer?, in: Creativity Research Journal, 26 (2), 165 – 173.

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