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Yoga Arten: Die 10 beliebtesten Yogastile im Vergleich

Frau macht draußen Yoga
Content Editor & Fitnesstrainerin
Lisa ist studierte Journalistin, lizensierte Fitness- und Gesundheitstrainerin und Meditationscoach. Sie hat viele Jahre für verschiedene Lifestyle- und Fitnessmagazine gearbeitet, hier schreibt sie Artikel aus den Bereichen Workout, Fitness, Lifestyle & Mind.

Yoga ist ein absoluter Trendsport. Immer mehr Menschen packt das Flow-Fieber. Kein Wunder, schließlich ist die jahrtausendealte Asana-Praxis ein gesunder Ausgleich zum ständigen Sitzen und kann deine Leistungsfähigkeit in anderen Disziplinen verbessern. Yoga soll kräftigen, die Flexibilität steigern und entspannen. Auch du willst Yoga für dich entdecken, bist aber unschlüssig, welcher Yogastil der richtige für dich ist? Hier sind die zehn beliebtesten Yoga Arten im Check.

Hatha Yoga

Hatha Yoga ist die älteste Yogarichtung. Sie wird bereits seit Jahrtausenden gelehrt und praktiziert. Dabei stehen kräftigende Körperübungen (Asanas) in Verbindung mit einer  bewussten Atmung im Vordergrund. Zwischen den einzelnen Haltungen wird pausiert, so dass man ständig zwischen Anspannung und Entspannung wechselt. Das soll sowohl körperliche als auch mental ausgleichend wirken. Eine typische Hatha Yogastunde besteht aus Meditation, Atemübungen, verschiedenen Asanas und der abschließenden Tiefenentspannung. Außerdem teilen die Lehrenden ihr Wissen über yogische Traditionen.

Hatha Yoga passt zu dir, wenn…

Du die Yoga Grundlagen und -begriffe lernen willst. Hatha Yoga ist ideal für Yoga Einsteiger, die sich mit den Asanas sowie Atemübungen und Meditationstechniken vertraut machen wollen. Der Yogastil ist langsam und kontrolliert. Er eignet sich für Menschen, die einen ruhigen Ausgleich zum stressigen Alltag suchen und Körper sowie Geist stärken möchten.

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Eine Frau in der Krieger Position
©AzmanL

Yin Yoga

Yin Yoga ist ein langsamer Yogastil mit einem hohen Stretchinganteil. Passive Dehnübungen, die zum Teil bis zu zehn Minuten gehalten werden, stehen im Fokus. In jeder Stunde werden vier bis sechs solcher Asanas geübt. Yin Yoga kräftigt und fördert deine Flexibilität. Die Yoga Art soll einen positiven Einfluss auf das Bindegewebe haben, die allgemeine Beweglichkeit steigern und den Geist beruhigen.

Yin Yoga passt zu dir, wenn…

Du einen ruhigen Yogastil bevorzugst, der dich zwar mental und körperlich fordert, aber nicht auspowert. Die Yoga Art eignet sich sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene und ist der ideale Ausgleich zu aktiven Sportarten.

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Mann macht Yoga
©yulkapopkova

Ashtanga Yoga

Ashtanga Yoga gilt als einer der anspruchsvollsten Yoga Arten. Der Stil ist eine moderne Form des Hatha Yoga. Beim Ashtanga Yoga gibt es sechs feste Sequenzen, die aus dem immer gleichen Übungen bestehen. Diese werden fließend und in einem hohen Tempo ohne Pausen dazwischen ausgeführt. Auch der Atemrhythmus ist genau festgelegt. Nicht ohne Grund verlangt Ashtanga Yoga den Praktizierenden jede Menge Disziplin ab.

Ashtanga Yoga passt zu dir, wenn…

Du über eine gute Grundfitness verfügst und dich ein wenig im Yoga auskennst. Ashtanga Yoga ist eher etwas für Fortgeschrittene. Wer körperlich an seine Grenzen gehen und sich in Selbstdisziplin üben will, ist hier genau richtig.

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Frau macht die Krähe am Wasser
@AzmanL

Vinyasa Yoga

Vinyasa Yoga ist eine Weiterentwicklung des traditionellen Hatha Yoga. Im Unterschied dazu werden die einzelnen Körperhaltungen durch fließende Übergänge miteinander verknüpft. Beim dynamischen Vinyasa Yoga steht jede Stunde unter einem anderen Motto, das der Lehrende vorgibt. Die sogenannten Flows sind kreativ und unterschiedlich intensiv. In einer Vinyasa Yogastunde wird häufig auch meditiert. Außerdem bekommen die Schüler praktische Lebensweisheiten an die Hand.

Vinyasa Yoga passt zu dir, wenn…

Du deinen Geist beruhigen und dich körperlich herausfordern willst. Vinyasa Yoga gilt es “Meditation und Bewegung”. Die dynamischen Flows sind schweißtreibend und unterstützen dich dabei, dich von blockierenden Gedanken zu lösen. Ein paar Grundkenntnisse sind hilfreich, aber kein Muss. Generell ist dieser Yogastil für jedes Level geeignet.

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Frau macht den Sonnengruß
©Westend61

Power Yoga

Power Yoga ist eine Kombination aus dem freien Vinyasa Yoga und dem anspruchsvollen Ashtanga Yoga. Kreative Flows treffen auf feste Übungsabfolgen, wie sie typisch für die Ashtanga Lehre sind. Diese Yogarichtung ist sehr fitnessorientiert und ähnelt einem klassischen Ganzkörpertraining. Du kannst damit Kraft, Ausdauer, Balance und Flexibilität gleichermaßen fördern. Die Yogastunden sind etwas kürzer als es bei anderen Yoga Arten der Fall ist. Ein weitere Unterschied besteht darin, dass auf spirituelle Elemente wie Meditation und Chanten verzichtet wird.

Power Yoga passt zu dir, wenn…

Du dich beim Yoga auspowern willst und keinen Wert auf Spiritualität legst. Beim Power Yoga sind Kraft und Ausdauer gefragt, es geht mehr um körperliche als um geistige Bewegung. Der Stil ist eine super Alternative zu herkömmlichen Fitnesskursen und kann dir einen sportlichen Einstieg in die Yogapraxis ermöglichen.

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Eine Frau macht Power Yoga am Pool
©AleksandarGeorgiev

Jivamukti Yoga

Jivamukti Yoga steht für einen ganzheitlichen Lebensstil, der über die Yogamatte hinausgeht. Die körperliche Praxis erinnert durch ihre dynamischen Flows an Vinyasa Yoga. Hinzu kommen eine Reihe von spirituellen Elementen wie das Rezitieren heiliger Schriften, Meditation und Chanting. Wer den Weg der Jivamukti Lehre geht, setzt sich für ein gewaltfreies Leben in Mitgefühl und Freiheit ein. Dies schließt auch eine vegane Ernährung ein.

Jivamukti Yoga passt zu dir, wenn…

Du dich auspowern und gleichzeitig spirituell wachsen möchtest. Du solltest ein Interesse an yogischen Schriften und Traditionen mitbringen sowie offen für Rituale wie das gemeinsame Singen von Mantren sein. Für die Asana Praxis können ein paar Grundkenntnisse nicht schaden, generell kann aber jeder Jivamukti Yoga betreiben.

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Frau meditiert im Sitzen
©Westend61

Kundalini Yoga

Kundalini Yoga verbindet verschiedene körperliche und meditative Techniken, welche die Lebensenergie, auch Kundalini genannt, wecken sollen. Man geht davon aus, dass der Mensch mehrere Energiezentren besitzt, die sogenannten Chakren. Diese können durch innere und äußere Einflüsse blockieren. Durch Meditation, Atemtechniken, spezielle Handhaltungen (Mudras), Chanting und feste Abfolgen von statischen und dynamischen Asanas soll die Energie wieder frei fließen können. Eine weitere Besonderheit dieser Yogarichtung: Traditionell tragen Kundalini Yogis weiße Kleidung und einen Turban.

Kundalini Yoga passt zu dir, wenn…

Du dich innerlich blockiert fühlst und neue Energie tanken möchtest. Du solltest ein Interesse für die Lehre der Chakren mitbringen und offen für spirituelle Rituale sein. Der Fitnessaspekt steht beim Kundalini Yoga im Hintergrund, auch wenn die Praxis anspruchsvoll sein kann. Jedes Level ist willkommen, ein paar Grundkenntnisse können jedoch nicht schaden.

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Eine Frau praktiziert Kundalini Yoga
©Renee Keith

Iyengar Yoga

Iyengar Yoga ist das Yoga der Hilfsmittel. Die körperliche Praxis steht im Fokus, spirituelle Elemente finden keinen Platz in einer Iyengar Stunde. Das Besondere an diesem Yogastil: Man übt die statischen Körperhaltungen immer mit Equipment wie Gurt, Kissen, Rad und Block. Der Unterricht findet zudem unter strikter Anleitung der Lehrenden statt, die auf eine korrekte, präzise Ausführung achten. Der Yogastil ist stark gesundheitsorientiert und kann sogar mit körperlichen Einschränkungen praktiziert werden.

Iyengar Yoga passt zu dir, wenn…

Du Yoga mit Hilfsmitteln lernen möchtest, klare Ansagen liebst und keinen Wert auf Spiritualität legst. Iyengar Yoga verhilft vor allem zu einer gesunden Körperhaltung und kann daher ein guter Ausgleich sein, wenn du viel am Schreibtisch arbeitest. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

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Eine Frau macht Yoga mit einem Gurt
©milan2099

Faszien Yoga

Faszien Yoga ist eine Kombination aus Faszientraining – mit und ohne Foam Roller – und dynamischen Yogaübungen. Im Vordergrund der Praxis stehen aktives Stretching sowie Balance und Mobility Training. Ziel ist es, die Faszien geschmeidig zu machen, Verspannungen zu lösen und die Leistungs- sowie Regenerationsfähigkeit zu verbessern. Faszien Yoga ist somit ein guter Präventions- und Rehasport.

Faszien Yoga passt zu dir, wenn…

Du eine Ergänzung zu deiner herkömmlichen Fitnessroutine suchst. Insbesondere Kraftsportler, die zu verklebtem Bindegewebe neigen, können vom Faszien Yoga profitieren. Aber auch, wenn du viel sitzt oder zu Verspannungen neigst, kann diese Yogarichtung sinnvoll sein. Sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene sind willkommen, da jeder entsprechend seines Levels trainieren kann.

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Eine Frau macht eine Übung mit der Faszien Rolle
©GrapeImages

Bikram Yoga

Bikram Yoga, auch Hot Yoga genannt, ist eine Abwandlung des traditionellen Hatha Yoga. Das Besondere daran: Man trainiert bei 40 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchtigkeit. Eine Stunde besteht aus einer festen Abfolge von Atem- und Körperübungen, die nacheinander absolviert werden. Die Kombination aus Hitze und Feuchtigkeit soll Muskeln, Sehnen und Bänder besser durchbluten und erwärmen, so dass selbst bei intensiven Dehnungen das Verletzungsrisiko gering ist. Bikram Yoga gilt als gelenkschonend und das ideale Fatburner Workout.

Bikram Yoga passt zu dir, wenn…

Du dich mit einem schweißtreibenden Workout körperlich und mental herausfordern willst. Vor Hitze solltest du dabei nicht zurückschrecken. Fürs Bikram Yoga musst du ganz klar deine Komfortzone verlassen. Der Yogastil ist fitnessorientiert und verzichtet auf spirituelle Komponenten. Hot Yoga sollte nur trainiert werden, wenn man gesund ist. Hole dir zur Sicherheit von deinem Arzt grünes Licht.

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Frau macht Yoga
©Mikolette

Fazit

  • Die älteste Yoga Art ist Hatha Yoga. Von ihr leiten sich die meisten modernen Yogastile ab.
  • Wer Yoga von Grund auf lernen und die Philosophie dahinter verstehen möchte, ist gut damit beraten, einen Hatha Yogakurs zu besuchen.
  • Alle jüngeren Yogastile haben verschiedene Schwerpunkte: Es gibt dynamische Richtungen und Arten, die den Fokus auf Stretching legen.
  • Die Yoga Arten unterscheiden sich auch in punkto Spiritualität: Manche Stile legen großen Wert auf Elemente wie Meditation, alte Schriften und Chanting, andere verzichten komplett darauf.
  • Die Auswahl an Yoga Arten ist groß, so dass für jedes Bedürfnis und jedes Level etwas dabei ist.
Artikel-Quellen
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